| Im Frühsommer 1933 erschien
im Leipziger Verlag S. Hirzel eine
bahnbrechende Studie: "Die Arbeitslosen
von Marienthal". Sechs Wochen
lang hatten junge Forscher rund um
Paul Lazarsfeld und Marie Jahoda in
der österreichischen Arbeitersiedlung
Marienthal, 30 Bahnminuten südlich
von Wien gelegen, die Auswirkungen
lang andauernder Arbeitslosigkeit
untersucht. Nach der Schließung
der Marienthaler Textilfabrik im Februar
1930 waren drei Viertel der 478 Familien
im Ort ohne Arbeit. Eine katastrophale
Entwicklung. Die einstmals blühende
Gemeinde, eine Hochburg der niederösterreichischen
Arbeiterbewegung, wurde in einen Abgrund
aus Hunger, Elend und Depression gerissen.
Die Folge: Viele überzeugte Sozialisten
erlagen auch in Marienthal den völkischen
Verheißungen der Nazis. Die
Dokumentation von Günter Kaindlstorfer
fragt, wie aktuell die Ergebnisse
der Marienthal-Studie heute sind.
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