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Filmabend im Lehartheater:
"Die Arbeitslosen von Marienthal" von und mit Günther Kaindlstorfer

 

Warum die berühmte Sozialstudie von 1933 in Zeiten der Wirtschaftskrise wieder an Brisanz gewinnt, ist Thema eines Films des gebürtigen Bad Ischlers Günter Kaindlstorfer, der im Lehartheater gezeigt werden konnte. Anschließend stellt sich der Filmregisseur einer Diskussion, die von Bürgermeister Hannes Heide moderiert wurde.

Im Frühsommer 1933 erschien im Leipziger Verlag S. Hirzel eine bahnbrechende Studie: "Die Arbeitslosen von Marienthal". Sechs Wochen lang hatten junge Forscher rund um Paul Lazarsfeld und Marie Jahoda in der österreichischen Arbeitersiedlung Marienthal, 30 Bahnminuten südlich von Wien gelegen, die Auswirkungen lang andauernder Arbeitslosigkeit untersucht. Nach der Schließung der Marienthaler Textilfabrik im Februar 1930 waren drei Viertel der 478 Familien im Ort ohne Arbeit. Eine katastrophale Entwicklung. Die einstmals blühende Gemeinde, eine Hochburg der niederösterreichischen Arbeiterbewegung, wurde in einen Abgrund aus Hunger, Elend und Depression gerissen. Die Folge: Viele überzeugte Sozialisten erlagen auch in Marienthal den völkischen Verheißungen der Nazis. Die Dokumentation von Günter Kaindlstorfer fragt, wie aktuell die Ergebnisse der Marienthal-Studie heute sind.