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eine Horde Kampfstiere überrennt den Kurpark -
die Lamborghini Ausfahrt machte Station in Bad Ischl

Lamborghini - alleine wenn man den Namen auspricht (wenn möglich richtig, mit GH und nicht mit DSCH) meint man, Benzin auf der Zunge zu spüren. Ein Lamborghini ist im Autoquartett wie ein Joker, auf keiner anderen Karte wird man mehr PS, fantastischere Geschwindigkeiten oder einen höheren Preis finden, und auch die Anzahl der Zylinder (12) ist nur schwer zu überbieten. Angeblich hat sich der Traktorenbauer Ferruccio Lamborghini aus Ferrara über Enzo Ferrari geärgert, nachdem der ihm wegen Kritik an seinem Auto entgegnete, er möge bei seinen Traktoren bleiben, bei Sportwagen sei er nicht kompetent. Lamborghinis Antwort hatte vier Räder, hieß 350 GT und war 1963 angetreten, um die Ferraris in den Schatten zu stellen.

Schon auf der Haube des 350 GT findet sich der Murcielago, den Lamborghini (im Sternzeichen des Stiers geboren) zu seinem Markenzeichen erkor. Der Murcielago war ein legendärer Kampfstier, der 1870 einen Stierkampf mit 24 Lanzenstichen überlebte, deshalb begnadigt wurde und seitdem als Symbol für Stärke gilt. Der erste Lambo, der auch den Namen eines Stiers erhielt, war der 1966 erschienene Miura. Zu seiner Zeit der ultimative Sportwagen, dessen 375 PS reichten, um das Gefährt an der 300 Km/h Grenze kratzen zu lassen.

Bis heute tragen alle Lamborghinis Stiernamen, mit einer Ausnahme: Countach heißt übersetzt "Donnerwetter", ein Wort, das beinahe jeder auf den Lippen trägt, wenn ihm zum ersten mal eine dieser 500 PS starken Flundern vor die Augen (und dessen Sound ihm in die Ohren) kommt. Weitere Typen(stier)namen: Jalpa, Jarama, Diablo, Murcielago und Gallardo.

Alle diese Typen waren beim 2009er Treffen vertreten, das vom Lamborghini Classic Club Germany unter Leitung von Peter Wolf im österreichischen Sankt Gastein veranstaltet wurde. Eine der Ausfahrten führte die Teilnehmer aus Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg, der Schweiz und den Niederlanden nach Bad Ischl, wo die rollenden Skulpturen im Kurpark Aufstellung nahmen, während ihre Besitzer Mittagsrast machten. Leider kamen nur wenige Zuschauer in den seltenen Genuss, gleich 47( !) dieser extrem teuren Autoexoten bewundern zu können, weil das Event in den Medien vorher nicht angekündigt wurde.

 

Fotos: Hannes Denzel