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Polnischer Botschafter Marganski und Bürgermeister Heide
eröffnen Ausstellung "Der Fürst geht zur Jagd"

 

Eine Ausstellung aus den Sammlungen des Schlossmuseums in Pszczyna, Polen, im Museum der Stadt Bad Ischl eröffneten der polnische Botschafter Dr. Jerzy Marganski und Bürgermeister Hannes Heide. Beide betonten das Interesse an der gemeinsamen Geschichte beider Länder und der Städt Pszczyna und Bad Ischl.

Der Kontakt wurde über den Direktor des Schloßmuseums in Pless, Maciej Kluss, hergestellt. Die bis 31. Oktober präsentierte Schau soll die erste Aktivität im gegenseitigen Austausch sein und das Museum der Stadt Bad Ischl ist eingeladen, eine Ausstellung in Pless zu zeigen.

Die Ausstellungseröffnung mit zahlreichen Gästen erhielt durch die musikalische Gestaltung der Feier durch das Jagdhornensemble "Echo Pless" und die Bad Ischler Jagdhornbläser einen besonderen Charakter.

Pszczyna ( Pless), die Stadt in Oberschlesien mit einer Geschichte von mehreren Jahrhunderten, war in der Vergangenheit die Hauptstadt der Freien Standesherrschaft Pless (seit 1517) und später seit 1825 des Fürstentums. Die anliegenden Wälder, reich an Wild, bildeten eine natürliche Grundlage für Hofjagden. Die Herren von Pleß, u.a. von Anhalt-Köthen ( seit 1765) und von Hochberg zu Fürstenstein in Niederschlesien ( seit 1874), sorgten für den guten Zustand der Jagdreviere und des Wild- bestandes. Während der Regierungszeit des Fürsten Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen-Pless (1765 - 1797) wurden genaue Vermessungen der Plesser Wälder ( über 22.000 ha) durchgeführt. Die Fasanenzucht wurde entwickelt und die Hirschherde gepflegt.

Im Schloss befand sich die fürstliche Gewehrkammer mit Jagdfeuerwaffen, die aus den Werkstätten der bekannten europäischen Büchsenmachers stammten. Der Jagdbetrieb entwickelte sich rasch zur Zeit des Fürsten und des Herzogs Hans Heinrich XI von Hochberg ( 1855-1907), des Königlich Preussischen Oberstjägermeisters. Zu seinen Verdiensten gehörten die Gründung der bis heute bestehenden Zucht der königlichen Wisente, die Einführung des kleinen Jagdhornes (Musikinstrument), das "Fürst-Pless-Horn" genannt, sowie die Verbreitung der Jagdsignale, die zum ersten Mal in Pszczyna im Jahre 1878 veröffentlicht wurden. Der Fürst organisierte Hofjagden, an denen auch die deutschen Kaiser Wilhelm I und Wilhelm II, sowie der österreichische Erzherzog Franz Ferdinand teilnahmen. Die Fürsten von Pless sammelten mit Vorliebe Waffen, Jagdtrophäen und Kunstwerke (Gemälde, Grafiken, Porzellan), die thematisch mit der Jagd verbunden waren .

 

Fotos: Lenzenweger