| Die Ausstellungseröffnung
mit zahlreichen Gästen erhielt
durch die musikalische Gestaltung
der Feier durch das Jagdhornensemble
"Echo Pless" und die Bad
Ischler Jagdhornbläser einen
besonderen Charakter.
Pszczyna ( Pless), die Stadt in Oberschlesien
mit einer Geschichte von mehreren
Jahrhunderten, war in der Vergangenheit
die Hauptstadt der Freien Standesherrschaft
Pless (seit 1517) und später
seit 1825 des Fürstentums. Die
anliegenden Wälder, reich an
Wild, bildeten eine natürliche
Grundlage für Hofjagden. Die
Herren von Pleß, u.a. von Anhalt-Köthen
( seit 1765) und von Hochberg zu Fürstenstein
in Niederschlesien ( seit 1874), sorgten
für den guten Zustand der Jagdreviere
und des Wild- bestandes. Während
der Regierungszeit des Fürsten
Friedrich Erdmann von Anhalt-Köthen-Pless
(1765 - 1797) wurden genaue Vermessungen
der Plesser Wälder ( über
22.000 ha) durchgeführt. Die
Fasanenzucht wurde entwickelt und
die Hirschherde gepflegt.
Im Schloss befand sich die fürstliche
Gewehrkammer mit Jagdfeuerwaffen,
die aus den Werkstätten der bekannten
europäischen Büchsenmachers
stammten. Der Jagdbetrieb entwickelte
sich rasch zur Zeit des Fürsten
und des Herzogs Hans Heinrich XI von
Hochberg ( 1855-1907), des Königlich
Preussischen Oberstjägermeisters.
Zu seinen Verdiensten gehörten
die Gründung der bis heute bestehenden
Zucht der königlichen Wisente,
die Einführung des kleinen Jagdhornes
(Musikinstrument), das "Fürst-Pless-Horn"
genannt, sowie die Verbreitung der
Jagdsignale, die zum ersten Mal in
Pszczyna im Jahre 1878 veröffentlicht
wurden. Der Fürst organisierte
Hofjagden, an denen auch die deutschen
Kaiser Wilhelm I und Wilhelm II, sowie
der österreichische Erzherzog
Franz Ferdinand teilnahmen. Die Fürsten
von Pless sammelten mit Vorliebe Waffen,
Jagdtrophäen und Kunstwerke (Gemälde,
Grafiken, Porzellan), die thematisch
mit der Jagd verbunden waren .
Fotos: Lenzenweger
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